Sicher zu Hause

Inhaltsverzeichnis


Schutzmaßnahmen für ein sicheres Zuhause

Ältere Menschen wollen so lange wie möglich in ihrem gewohnten Umfeld, dem eigenen Zuhause, leben. Doch eine unzureichende Sicherheit in den eigenen vier Wänden, etwa durch die steigende Gefahr eines Sturzes oder fehlender Versorgung im Krankheitsfall, steht diesem Wunsch oftmals im Weg. Wir erklären, wie Ihnen moderne Techniken im Alter ein sicheres Leben in den eigenen vier Wänden ermöglichen – und warum diese Techniken auch für jüngere Menschen einen großen Reiz haben können.

1. Smart Home: Das intelligente Zuhause

Wie kann Smart Home die Sicherheit in Ihrem Zuhause erhöhen? Wir erklären Ihnen, was der Begriff Smart Home bedeutet, welchen konkreten Nutzen die moderne Haustechnik für Sie persönlich hat und wie es um den Datenschutz bestellt ist. Um einen noch besseren Überblick zu bekommen, nennen wir Ihnen außerdem nützliche Links.

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2. Intelligente Schließsysteme: Tür öffnen ohne Schlüssel

Sesam, öffne dich: Mit Funkchips öffnet sich die Haustür, sobald Sie sich dem Eingang nähern. Dem Paketdienst oder dem Arzt können Sie jetzt auch aus der Ferne oder aus dem Sessel zuhause die Tür öffnen. Kann das Smartphone den Schlüssel ersetzen?

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3. Hausnotruf: Schnelle und gezielte Hilfe im Notfall

Das Risiko, im eigenen Zuhause in eine hilflose Situation zu geraten, nimmt im Alter zu. Ein intelligenter Hausnotruf kann hier eine schnelle Hilfe sicherstellen. Die Stiftung Warentest hat solche Hausnotruf-Systeme genauer unter die Lupe genommen.

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Smart Home: Das intelligente Zuhause

Was bedeutet Smart Home?

Unter dem Begriff Smart Home versteht man die Vernetzung von Haustechnik und Haushaltsgeräten, also zum Beispiel Heizungen, Waschmaschinen oder Beleuchtung. Die Vernetzung von Komponenten der Unterhaltungselektronik fällt ebenfalls unter diesen Begriff. Smart Home wird auch als intelligentes oder vernetztes Zuhause bezeichnet, weil die Geräte selbständig miteinander kommunizieren. So regelt sich beispielsweise die Heizung herunter, wenn das Fenster geöffnet wird.

Smart Home erlaubt Nutzern den Zugriff auf Geräte und Funktionen in ihrem Zuhause von praktisch jedem Ort der Welt. Die Steuerung erfolgt über Apps auf mobilen Geräten wie Smartphones, Tablets, Smartwatches oder vom Infotainmentsystem des Pkw aus. Je nach Vorlieben der Anwender können individuelle Situationen erstellt werden, die per Fingertipp aktiviert werden oder automatisch starten. Dadurch erhöht sich der Komfort. Smart Home bietet vor allem aber auch eine erhöhte Sicherheit für das Haus und hilft, Energiekosten zu reduzieren.

Einen guten Überblick rund um das Thema Smart Home bietet auch ein Verlagsspezial im  Onlineportal der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ).

 

Welchen konkreten Nutzen hat die Technik?

 
Erhöhte Sicherheit

Das Zusammenspiel der vernetzten Geräte in einem Smart Home macht es zum Beispiel Einbrechern schwer: Wird etwa während der Abwesenheit der Bewohner unberechtigt ein Fenster oder eine Tür geöffnet, erhalten die Bewohner umgehend eine Nachricht auf ihr Smartphone. Gleichzeitig startet die Videokamera mit der Aufzeichnung, die direkt auf dem mobilen Gerät angesehen werden kann. Im Notfall wird die Polizei alarmiert.

Die moderne Haustechnik kann zudem simulieren, dass jemand zu Hause ist. Registriert zum Beispiel der Bewegungsmelder, dass jemand die Terrasse betritt, schaltet sich nicht nur dort das Licht an. Zusätzlich gehen die Lampen im Flur und im Wohnzimmer an, vorher ausgewählte Rollläden fahren herunter. Sicherer können Sie Ihr Zuhause auch mit Zwischensteckern machen. Schließen Sie diese zwischen Wanddose und Elektrogerät an. Sind Sie nicht sicher, ob Sie zum Beispiel das Bügeleisen ausgeschaltet haben, können Sie das über den Zwischenstecker einfach von unterwegs per App erledigen.

Reduzierung der Energiekosten

In einem vernetzten Zuhause können zeitgesteuerte Heizprofile angelegt werden. So kann man zum Beispiel definieren, dass etwa das Badezimmer kurz vor dem Aufstehen beheizt wird und somit beim Betreten angenehm warm ist. Verlassen Bewohner das Haus oder die Wohnung, fährt die Heizung bis zur Rückkehr am Abend automatisch herunter.

Kommen Sie aus dem Urlaub oder früher von der Arbeit nach Hause, erhöhen Sie die Temperatur einfach aus der Ferne. Auch beim Lüften lässt sich Energie sparen: Sind zum Beispiel Fensterkontakte mit Heizkörperthermostaten vernetzt, regelt sich die Heizung automatisch herunter, wenn das Fenster zum Lüften geöffnet wird.

Steigerung des Komforts

Mit einem Fingertipp wird beispielsweise auch der Fernsehabend gestartet: Rollläden fahren herunter, die Heizung regelt sich um einen Grad höher und das Licht wird gedimmt. Anwender können zudem festlegen, was beim morgendlichen Aufstehen passieren soll. Ein mögliches Szenario: Der Nutzer wird zunächst von sanftem Licht geweckt, wenig später fahren die Rollläden hoch und in der Küche wird automatisch der Kaffee frisch aufgebrüht. Unzählige weitere Szenarien sind möglich und können als Voreinstellung gespeichert werden.

Einen Erfahrungsbericht über die „digitale Familie“ hat die deutsche Wochenzeitung „Die Zeit“ auf ihrem Online-Portal veröffentlicht. In der Berliner Zeitung „Der Tagesspiegel“ ist ein Bericht zum Thema Smart Home erschienen, der das intelligente Wohnen im Alter behandelt. Auf dem Onlineportal „Der Westen“ wird zudem in einem kurzen Artikel erläutert, wie Smart-Home-Technologien hilfsbedürftigen Menschen auch im Badezimmer den Alltag erleichtern können.

 

Wie sicher ist ein vernetztes Zuhause?

In Bezug auf Datenschutz und Datensicherheit bei Smart Home haben viele Konsumenten noch Bedenken. Bei der Auswahl des Anbieters sollten Sie darauf achten, dass Ihre Daten sicher sind. So garantiert etwa die Telekom, dass sie  personenbezogene Informationen ausschließlich in deutschen Rechenzentren nach den strengen deutschen Datenschutzbestimmungen speichert. Nutzungsdaten – wie zum Beispiel Informationen zu Heizungsprofilen – werden nur lokal gespeichert. Allein der Kunde kann auf diese Daten zugreifen.

Smart-Home-Systeme im Sicherheitstest

Das Prüflabor AV-Test inspizierte 2014 sieben Smart-Home-Systeme und kam zu dem Ergebnis, dass nicht alle Lösungen empfehlenswert sind. Demnach sind nur die Sets Gigaset Elements, RWE Smart Home und QIVICON von der Telekom gegen Angriffe gut gesichert. Die drei Plattformen bieten nach Aussagen der Experten eine sichere Kommunikation und schützen sehr gut gegen Zugriffe von außen. „Manipulationen durch Externe sind nach dem aktuellen Stand der Technik ausgeschlossen, der Durchgriff auf die Geräte im Haus nicht möglich“, urteilen die Tester. Auffällig sei dabei, dass alle sicheren Systeme in Deutschland konzipiert wurden.

 

Selbst einbauen oder machen lassen?

Das Thema Smart Home wird von vielen Verbrauchern skeptisch beäugt, weil sie für den Einbau mit hohen Kosten und Aufwand rechnen. Fast alle Anbieter setzen inzwischen jedoch auf funkbasierte Lösungen, die beim Einbau wesentlich günstiger sind als kabelgebundene Varianten. Verbraucher können diese Funk-Systeme sogar leicht selbst einbauen – ohne Wände aufzureißen, ohne Kabel zu verlegen. Die intelligente Haussteuerung wird damit nicht nur für Eigentümer, sondern auch für Mieter attraktiv. Steht ein Umzug an, wird das Equipment einfach abgebaut und eingepackt – und kommt im neuen Zuhause wieder zum Einsatz.

Die Fachzeitschrift „Computerwoche“ stellt dazu in einem Artikel die besten Smart-Home-Lösungen für Einsteiger vor. Mehr über den Einbau und die Funktionen von Smart-Home-Systemen erfahren Sie auch in einem Test der Fachzeitschrift „Chip“.


Intelligente Schließsysteme: Tür öffnen ohne Schlüssel

Vollbepackt mit Einkaufstüten stehen Sie vor der verschlossenen Tür. Bleibt nur die Frage, wo der Schlüssel ist: Irgendwo in den Tiefen der Tüte? Die Erfinder des Start-ups Kiwi.ki standen vor dem gleichen Problem – und haben mit „Kiwi“ deshalb ein System entwickelt, mit der sich die Haustür ganz ohne Schlüssel öffnen lässt. Moderne Funktechnik für das digitale Leben macht es möglich: Ein kleiner Sender, den der Nutzer bei sich trägt, übermittelt selbstständig den Befehl zum Türöffnen an das Modem. Dieses ist mit dem herkömmlichen Schließsystem der Haustür verbunden. Sobald sich der Bewohner dem Eingang nähert, wird es freigeschaltet – und die Tür lässt sich auch vollbepackt einfach aufstoßen.

Dabei steigt für die Bewohner nicht nur der Komfort, sondern auch die Sicherheit. Die Funkschlüssel lassen sich leicht zentral verwalten, individuell zuweisen oder in Echtzeit sperren. Ein kostenintensiver Austausch bei einem Verlust des Schlüssels ist damit nicht mehr notwendig. Spezielle Verschlüsselungsverfahren und ein intensiver Praxistext sorgen dabei für ein Höchstmaß an Sicherheit bei der Kommunikation, wie das Handelsblatt in einem Portrait über Kiwi.ki berichtet.

Zeitlich begrenzte Berechtigungen für das Türöffnen möglich

Auf dem Markt haben sich unterdessen weitere Anbieter positioniert. So hat zum Beispiel auch das schwedische Unternehmen Assa Abloy mit „Entr“ ein intelligentes Sicherheitssystem entwickelt. Damit wird die Tür im Nahbereich per Finger-Scan, PIN-Code, Fernbedienung oder mit einem Bluetooth-fähigen Geräten wie einem Smartphone oder Tablet geöffnet. Die Funkübertragung per Bluetooth ist verschlüsselt und so gegen Missbrauch geschützt. Bewohner behalten damit die Kontrolle und Übersicht, wer das Zuhause betreten darf – ganz ohne Schlüssel. Außerdem können sie zeitlich begrenzte Berechtigungen für Freunde oder die Reinigungskraft vergeben. Das Entr-System kann, wie auch andere Systeme, bei bestehenden Haus- oder Wohnungstüren einfach nachgerüstet werden.

Eine Übersicht über weitere intelligente Schließsysteme bietet das Onlineportal „Smart Home Welt“. Auch die Zeitschrift „PC Magazin“ hat sich in einem Artikel mit intelligenten Haustür-Lösungen beschäftigt.


Hausnotruf: Schnelle und gezielte Hilfe im Notfall

Allein lebende, ältere Menschen sind in ihrem Zuhause oft dem Risiko ausgesetzt, sich zu verletzen und in eine hilflose Situation zu geraten, etwa durch einen Sturz. Wer in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben möchte, sollte daher einige Vorkehrungen treffen. Schnelle Hilfe in Notsituationen erhalten ältere Menschen etwa durch einen Hausnotruf. Dazu trägt der Nutzer zum Beispiel einen Funksender als Armband oder Halskette, den er im Notfall per Knopfdruck auslöst. Ein Hausnotrufgerät stellt dann automatisch einen Funkkontakt zu einem Mitarbeiter in der Notrufzentrale her, der notwendige Schritte einleitet.

Einen Test solcher Hausnotrufdienste hat die Stiftung Warentest durchgeführt. Gut abgeschnitten haben dabei die Angebote des Deutschen Roten Kreuzes, des Malteser Hilfsdiensts und der Johanniter Unfallhilfe. Für Selbstzahler belaufen sich die Kosten bei der Mehrzahl der Dienste auf knapp 20 Euro im Monat.

Intelligenter Hausnotruf der Telekom vor Markteinführung

Mit dem „intelligenten Hausnotruf“ (iHNR) der Telekom erhalten alleinstehende, ältere Menschen künftig ebenfalls schnell und gezielt Hilfe. Dazu werden in der Wohnung Sensoren installiert, die mit einer Software verbunden sind. Erkennt diese einen Sturz, benachrichtigt sie automatisch eine – rund um die Uhr besetzte – Hausnotrufzentrale. Die Software kann dabei unterscheiden, ob die Person tatsächlich gestürzt ist oder sich nur nach einem Gegenstand bückt. Wenn die Person nicht ansprechbar ist, wird sofort ein Arzt informiert. Zusätzlich können sich die Mitarbeiter der Hausnotrufzentrale mittels eines grafisch verfremdeten Bildes schnell einen Eindruck von der Lage vor Ort machen.

Im Notfall nimmt die Hausnotrufzentrale über eine Freisprechanlage unmittelbar Kontakt mit dem Hilfebedürftigen auf. Ein Knopfdruck der gestürzten Person, wie bei herkömmlichen Notrufen, ist nicht mehr notwendig. Die Markteinführung bereitet die Telekom für das Frühjahr 2016 vor.


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