Sicher chatten mit dem Smartphone

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Sicher mit Chat-Apps wie WhatsApp & Co.

Chat-Apps sind die Dauerbrenner fürs Smartphone. Ob App Store oder Google Play: WhatsApp, Facebook Messenger und Skype stehen ganz oben in den Top-Downloads. In Deutschland ist WhatsApp am beliebtesten. Rund 35 Millionen Menschen chatten laut der Augsburger Allgemeinen Zeitung jeden Monat allein in Deutschland damit (Stand: 18. April 2015). Daneben gibt es unzählige weitere Messaging Apps.

Dem Nutzer ist jedoch oft nicht klar, welche Rechte er einer Chat-App gibt, die er installiert. Wenn Sie wissen wollen, welche Rechte Sie WhatsApp und Co. einräumen, sollten Sie unseren Beitrag über die AGB und Datenschutzhinweise durchlesen. Einige Chat-Apps laden etwa das Adressbuch Ihres Smartphones vollständig oder teilweise auf ihre Server und speichern die Daten Ihrer Kontakte dort. Die Chat-App Message+ können Sie ohne Bedenken nutzen. Wer WhatsApp nutzt, sollte die wichtigsten Datenschutzeinstellungen und Tipps zum Umgang mit der App kennen.

Inhalte schützen

Verschlüsselt, unverschlüsselt – die Diskussion um sicheres Chatten ist in vollem Gange. Gemäß eigenen Angaben versendet WhatsApp Nachrichten nur noch verschlüsselt. Inzwischen bietet der zu Facebook gehörende Dienst zwar eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Laut einem Test von heise Security nützt die eingesetzte Technik im Alltag aber recht wenig. So könne sich der Nutzer nicht darauf verlassen, dass sie auch tatsächlich zum Einsatz kommt. Wir zeigen Ihnen in unserem Beitrag Verschlüsselt chatten, welche Chat-Apps Sie nutzen können, um Ihre Inhalte möglichst vor fremdem Zugriff zu schützen.

Sexting? Besser nicht. Das sagt Ihnen schon alleine der gesunde Menschenverstand. Schließlich will niemand, dass er unangenehm nackt auf Facebook, Pinterest, Instagram oder einer anderen Webseite erscheint. Mitunter ist Sexting auch strafbar.


AGB und Datenschutzhinweise von Chat-Apps prüfen

Bevor Sie eine Chat-App wie zum Beispiel WhatsApp herunterladen, sollten Sie sich ganz genau ansehen, was in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) und in den Datenschutzhinweisen des App-Anbieters steht. Das Unternehmen, das eine App verbreitet, legt mit diesen Bedingungen unter anderem fest, was es mit Ihren persönlichen Daten und mit den Inhalten machen darf, die Sie mit der App teilen. Wenn Sie die App herunterladen, stimmen Sie diesen AGB automatisch zu. Im Zweifelsfall sollten Sie auf eine App verzichten, wenn sie zu viele Berechtigungen anfordert oder nicht klar ist, wofür sie Ihre Daten verwendet.

Zu den Inhalten zählen etwa Ihr Name, Ihr Alter und Ihre E-Mail-Adresse sowie Ihr Profilbild und Ihre Statusnachrichten – aber auch alle Bilder, Textnachrichten, Videos und Sprachaufnahmen, die Sie mit der App aufnehmen und an andere verschicken.

Problematisch bei der Sache ist manchmal bereits die Sprache: WhatsApp zum Beispiel stellt seine AGB nur in englischer Sprache zur Verfügung (diese und alle nachfolgenden Aussagen beziehen sich auf den Stand vom 3. August 2014). Wer kein Englisch spricht oder darin nicht besonders gut ist, hat Schwierigkeiten, die Bedingungen zu verstehen.

Nutzungsrechte

Was Sie außerdem wissen sollten, wenn Sie WhatsApp nutzen:

  • Sie erlauben WhatsApp, Ihr Profilbild und den Text Ihrer Statusanzeige ohne Einschränkungen für eigene Zwecke zu verwenden (AGB, Punkt 5: User Status Submissions). Die deutsche Tageszeitung Handelsblatt berichtet, dass WhatsApp Ihr Profilbild zum Beispiel an eine Werbeagentur verkaufen dürfte, die damit Plakate bedrucken könnte. Das betrifft übrigens nicht Bilder und Texte, die Sie über den Chat an Ihre Kontakte verschicken (Direktnachrichten und Gruppenchats). Diese Inhalte darf WhatsApp nicht für Werbezwecke oder anderes benutzen.
  • WhatsApp speichert alle Telefonnummern aus dem Telefonbuch Ihres Smartphones auf den Servern des Unternehmens in den USA – auch die von Ihren Bekannten, die WhatsApp gar nicht verwenden. In den USA gelten nicht die strengen Regeln des europäischen Datenschutzrechts. Die Niedersächsische Landesmedienanstalt (NLM) geht übrigens davon aus, dass sogar der gesamte Inhalt Ihres Telefonbuchs übertragen und gespeichert wird.
  • Wenn Sie WhatsApp nicht nur auf Mobilgeräten nutzen, sondern auch mit dem Browser am PC unter web.whatsapp.com aufrufen, sollten Sie überprüfen, ob Sie sich dort ausgeloggt haben. Ansonsten können Nutzer an diesem PC alle Nachrichten lesen und neue Chats verfolgen. Um diese Funktion abzuschalten, wählen Sie in der App den Punkt „WhatsApp Web“. Hier sehen Sie, welche Computer Zugriff aktuell auf Ihr WhatsApp-Profil haben. Mit „von allen Computern abmelden“ beenden Sie diese Freigabe.

Achtung: Im September und im November 2014 veröffentlichte WhatsApp Updates, mit denen die Datenschutzeinstellungen der App geändert wurden.

Mit dem September-Update setzte WhatsApp automatisch alle vom Nutzer vorgenommenen Datenschutzeinstellungen zurück. Nach Installation des Updates konnte jeder Nutzer sehen, wann einer seiner Kontakte das letzte Mal online war oder ob er gerade aktiv ist. Die Einstellungen können manuell wieder angepasst werden („Einstellungen -> „Account“ -> Datenschutz -> Zuletzt online).

Im November 2014 veröffentlichte WhatsApp ein weiteres Update, mit dem eine automatische Lesebestätigung eingeführt wurde: Zwei blaue Häkchen hinter einer Nachricht zeigen dem Sender nun an, dass der Empfänger sie gelesen oder abgehört hat. Die Lesebestätigung können Sie ausschalten. Entfernen Sie hierzu das Häkchen bei „Lesebestätigungen“ („Einstellungen -> „Account“ -> „Datenschutz“ -> „Lesebestätigungen“).


Die wichtigsten Datenschutzeinstellungen für WhatsApp

Wer WhatsApp nutzt, sollte die wichtigsten Datenschutzeinstellungen kennen und sich Gedanken darüber machen, welche Inhalte er mit wem teilt.

1. Vertrauliche Nachrichten, Passwörter und Geheimnisse?

Nein. Auch wenn Sie Ihren Kontakten vertrauen, sollten Sie keine sensiblen Daten per WhatsApp verschicken. Das gilt ganz besonders für Kreditkarteninformation, Bankingdaten und private Geheimnisse. Sie wissen nie, was Ihr Kontakt wirklich mit solchen Informationen anstellt – oder was passiert, wenn sein Smartphone in die falschen Hände gerät.

2. Statusanzeige und Profilbild sperren

Sie können wählen, wer sehen soll, wann Sie zuletzt online waren, wie Ihr Profilbild aussieht und welche Statusmeldung Sie angegeben haben.

Öffnen Sie die Einstellungen von WhatsApp, gehen Sie zu „Account“, dann zu „Datenschutz“ und wählen Sie jeweils aus den drei Optionen „Jeder“, „Meine Kontakte“ und „Niemand“.

3. Standort- und Mikrofonzugriff verweigern

Wenn Sie nicht möchten, das WhatsApp Ihren Standort aufzeichnet und Zugriff auf Ihr Mikrofon hat, können Sie unter iOS 9 die entsprechenden Einstellungen vornehmen. Öffnen Sie „Einstellungen“ und gehen Sie zu „Datenschutz“ – nun können Sie die einzelnen Berechtigungen aufheben. Sprachnachrichten können Sie natürlich nicht mehr aufnehmen, wenn Sie den Mikrofonzugriff abschalten.

Bei früheren Versionen von AndroidOS können Sie in den Einstellungen lediglich die Standortabfrage deaktivieren. Erst ab Android 6.0 wird Nutzern des Betriebssystems von Google mehr Kontrolle über die App-Berechtigungen eingeräumt – und damit mehr Datenschutz. Öffnen Sie hierzu die „Einstellungen“, dann wählen Sie unter „Anwendungen“ den „Anwendungsmanager“. Klicken Sie nun auf eine App, können Sie unter „Berechtigungen“ die gewünschten Einstellungen vornehmen. Einen ausführlicheren Artikel zur Anpassung von App-Benachrichtigungen finden Sie beim Online-Fachmagazin „Areamobile“.

Nutzern früherer Android-Versionen empfiehlt die Fachzeitschrift Chip die App SRT App Guard, um WhatsApp weitere Berechtigungen zu entziehen. Wie das geht und worauf dabei zu achten ist, zeigt Chip in folgendem Video: WhatsApp – diese Sicherheits-Einstellungen müssen Sie kennen.

4. Nutzer blockieren

Wenn Sie von einem bestimmten Kontakt keine Nachrichten mehr empfangen möchten, können Sie ihn blockieren. Öffnen Sie die Einstellungen von WhatsApp, gehen Sie zu „Account“, dann zu „Datenschutz“. Über „Blockierte Kontakte“ können Sie einzelne Kontakte aus Ihrem Adressbuch auswählen. Diese können Ihnen dann keine Nachrichten mehr schicken.

5. WhatsApp löschen

Wenn Sie WhatsApp nicht mehr verwenden möchten, sollten Sie Ihr Profil löschen. Deinstallieren alleine reicht nicht. Die Stiftung Warentest warnt davor, dass Ihr Abo weiterläuft, wenn Sie Ihr Profil nicht löschen. Außerdem ist nicht sicher, ob Ihre Nutzerdaten tatsächlich von den WhatsApp-Servern gelöscht werden.

Um Ihr Profil zu löschen, gehen Sie in den Einstellungen von WhatsApp zu „Account“, dann zu „Meinen Account löschen“. Anschließend befolgen Sie die Bildschirmanweisungen und entfernen die App. Unter iOS drücken Sie dafür länger auf das WhatsApp-Symbol und tippen auf das erscheinende Kreuz. Unter AndroidOS gehen Sie über die Einstellungen Ihres Smartphones zu „App-Manager“ oder zu „Apps“, wählen WhatsApp aus und tippen zuerst auf „Daten löschen“ und anschließend auf „Deinstallieren“.


Video: Sicher chatten mit der richtigen App

Chat-Apps wie WhatsApp oder Facebook Messenger verführen dazu, alle möglichen Informationen und Inhalte schnell mit Freunden und Bekannten zu teilen. Wir erklären Ihnen im Video, worauf Sie bei der Wahl Ihrer Chat-App achten sollten.


Verschlüsselt chatten

Viele Chat-Apps bieten weder Transport- noch Ende-zu-Ende-Verschlüsselung an. Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bedeutet, dass Ihre Nachrichten bereits vor dem Versand mit einer Chat-App auf Ihrem Gerät verschlüsselt und erst auf dem Gerät des Empfängers wieder entschlüsselt werden. Auf dem gesamten Transportweg bleibt Ihre Nachricht unlesbar. Bei der Transportverschlüsselung werden Ihre Nachrichten zwischen Ihrem Mobilgerät und dem Server verschlüsselt, der sie überträgt. Dabei können Ihre Nachrichten zwar nicht abgefangen und mitgelesen werden – die Nachrichten, die auf dem Server Ihres Diensteanbieters liegen jedoch schon.

Nachrichten und andere Inhalte, die Sie mit Apps übertragen, die nur eine Transportverschlüsselung beherrschen, können an den Zwischenstationen der Übertragung abgefangen und mitgelesen werden.

Viele Nutzer suchen nach Chat-Apps, mit denen sie ihre Nachrichteninhalte besser vor dem Zugriff durch Dritte schützen. Spätestens seit dem Skandal um die Spionagetätigkeiten US-amerikanischer Geheimdienste, der durch Veröffentlichungen des Whistleblowers Edward Snowden ausgelöst wurde, sind Chat-Apps mit Verschlüsselung ein heißes Thema.

Chat-Apps mit Verschlüsselung

Das Erfreuliche: Es gibt eine Reihe von Alternativen, die Sie ausprobieren können. Im Februar 2014 hat die Stiftung Warentest WhatsApp und einige andere Messaging Apps getestet und bewertet. Dabei schneidet die kostenpflichtige Schweizer App Threema am besten ab. Neben Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bietet sie den Vorteil, dass alle Server des Unternehmens in der Schweiz stehen – und dem strengen europäischen Datenschutzrecht unterliegen.

Es gibt aber noch weitere Alternativen wie die kostenlose App ChatSecure für iOS und AndroidOS der Entwicklerinitiative „The Guardian Project“, die etwa das schweizerische Online-Magazin Greenbyte.ch und die Zeitschrift Chip.de besonders loben. Die App kann auch Textnachrichten von Facebook und Google Talk/Hangouts verschlüsseln. Wie Sie ChatSecure unter AndroidOS einrichten können, zeigt das Guardian Project in einem Tutorial (leider nur auf Englisch).

Als Alternative zu einer Chat-App mit Verschlüsselung gilt etwa die App Secret Message Elite, die das Computermagazin PC-Welt getestet hat. Sie kommt als Erweiterung für herkömmliche Chat-Apps zum Einsatz, ist aber ein wenig umständlich zu bedienen.

Eine weitere gute Alternative ist der Messenger Message+, der zwar keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung anbietet, aber datenschutzrechtlich auf der sicheren Seite bleibt: Ihr Adressbuch bleibt immer lokal auf Ihrem Gerät und wird nicht auf international verteilte Server hochgeladen und gespeichert. Außerdem unterliegt die App als Telekommunikationsdienst von Telekom, Vodafone und Telefonica den deutschen und europäischen Datenschutzbestimmungen, die besonders streng sind und etwa den Zugriff durch US-amerikanische Geheimdienste wie die NSA ausschließen. Für Telekom-Mobilfunk-Kunden ist Message+ sogar kostenlos.


Sexting? Besser nicht: Finger weg vom Auslöser

Nacktbilder oder Fotos in aufreizenden Posen sind mit dem Smartphone schnell gemacht – und noch schneller per Chat-App verschickt. Insbesondere die Messaging App Snapchat scheint sich großer Beliebtheit für das als Sexting – ein Kofferwort aus „Sex“ und „Texting“, dem englischen Begriff für SMS-Schreiben – bezeichnete Teilen von freizügigen Fotos zu erfreuen. Schließlich legt, wer ein Bild oder Video mit Snapchat verschickt, selbst fest, wie lange der Empfänger es betrachten darf. Danach wird die Datei automatisch vom Smartphone des Empfängers gelöscht.

Das ist allerdings nur die halbe Wahrheit: Klicksafe erklärt, dass eine Bild- oder Videodatei nach dem Ansehen nur mit einer anderen Dateieindung versehen wird, damit Galerie-Apps oder Media Player sie nicht mehr auslesen können. Mit ein wenig Geduld und Know-how lassen sich die Dateien dann doch wieder finden und abspielbar machen.

Außerdem ist es möglich, Screenshots zu erstellen, während man eine Snapchat-Datei betrachtet. Dafür gibt es sogar eine eigene App. Nicht zuletzt speichert Snapchat die Dateien so lange auf den eigenen Servern, bis der Empfänger sie abgerufen hat. Und dort unterliegen sie nicht den gleichen strengen Datenschutzvorschriften wie sie in Europa gelten. Es empfiehlt sich nicht, das Risiko einzugehen, Aufnahmen per Chat-App auszutauschen, die nicht für eine breitere Öffentlichkeit bestimmt sind.

Kein Spass mit Nacktaufnahmen

Neben dem Risiko, dass eigene Bilder oder Videos ungewollt auf einer Facebook-Seite oder einem YouTube-Channel auftauchen, ist Sexting mitunter strafbar. Die Selbstschutz-Plattform von Jugendlichen für Jugendliche Juuuport klärt über die Rechtslage auf. Wer ein fragwürdiges oder eindeutiges Bild von einem oder einer Minderjährigen zugeschickt bekommt, muss es sofort löschen, da es sich um Kinderpornografie handeln könnte. Das ist auch dann strafbar, wenn man das Bild ohne Aufforderung erhalten hat. Wenn Sie selbst minderjährig sind, ist auch das Versenden pornografischer Inhalte an Sie strafbar (Verbreitung von Pornografie an Minderjährige).


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