Apps und Sicherheit

Inhaltsverzeichnis


Vorsicht App!

Sind Apps immer ungefährlich? Nein, denn über verseuchte Apps installieren Sie unbemerkt Schadprogramme auf Ihr Smartphone oder Tablet. Schauen Sie also genau hin, was Sie aus den offiziellen App Stores von Google und Apple herunterladen. Und seien Sie noch vorsichtiger mit Apps aus dubiosen Quellen. Schadsoftware wird hauptsächlich über inoffizielle Quellen in Umlauf gebracht. Die im Apple App Store bzw. Google Play Store angebotenen Apps durchlaufen einen Sicherheitscheck. Daher sollten Sie keine Apps aus anderen Quellen herunterladen. Unter iOS ist das ohnehin nur möglich, wenn Sie Ihr Gerät mit einem Jailbreak manipulieren, womit Sicherheitsrisiken verbunden sind. Bei AndroidOS verhindern Sie mit einer Basiseinstellung, dass Sie Apps aus unbekannten Quellen herunterladen. Sie finden diese Einstellung ab Android 5.0 unter „Einstellungen > Gerätesicherheit > Unbekannte Quellen“ – hier sollten Sie die Installation von Apps aus anderen Quellen nicht erlauben.

Zugriff auf Kontaktdaten und Fotos, Kamera und Mikrofon

Grundsätzlich brauchen Apps bestimmte Berechtigungen, um zu funktionieren. Eine Navi-App auf dem Smartphone ohne Standortinfos ergibt keinen Sinn. Eine App für Restaurant-Tipps rund um Ihren aktuellen Standort muss wissen, wo Sie sich gerade aufhalten. Warum aber will die Taschenlampen-App auf Ihre Kontakte zugreifen? Oder warum sollte eine App die SMS-Funktion Ihres Smartphones nutzen wollen?

Unter anderem vergeben Sie bei vielen Apps mit der Installation Berechtigungen, auf Daten und andere Funktionen Ihres Smartphones oder Tablets zuzugreifen. Wer die oftmals seitenlangen Geschäftsbedingungen nicht aufmerksam liest und einfach bestätigt, gibt damit unter Umständen seine Smartphone-Fotos frei, erlaubt den Zugriff auf Kontaktdaten, oder gestattet dem App-Anbieter, immer genau zu wissen, wo Sie sich gerade mit Ihrem Smartphone aufhalten. Andere Apps verlangen den Zugriff auf Kamera und Mikrofon Ihres mobilen Endgeräts. Wenn es um eine App geht, die Fotos oder Sprachnachrichten aufnimmt, ist das unabdingbar. Andere Apps verlangen diese Berechtigungen jedoch aus nicht nachvollziehbarem Grund. Genau dann sollten Sie besonders aufmerksam sein – eine App mit Zugriff auf Ihr Mikrofon und Ihre Internetverbindung könnte etwa als mobile Wanze dienen und ohne Ihr Wissen und Zutun Gespräche aufnehmen und an einen Cyberkriminellen im Internet übertragen.

Jede zweite App birgt Sicherheitsrisiken

mediaTest digital hat Anfang 2014 herausgefunden, dass Auskunfts-Apps, Reise-Apps oder Messenger teilweise erhebliche Sicherheitsmängel aufweisen. Gut die Hälfte aller getesteten Apps auf den Betriebssystemen Android, iOS, WindowsPhone und BlackBerry bringen aktuell Sicherheitsrisiken und Datenschutzverstöße mit sich. mediaTest digital rät daher, viele Apps für das Smarthpone oder das Tablet weder im Unternehmen noch privat zu nutzen.

Achten Sie also bei der Installation auf die Rechte, die jede App einfordert. Verlangt eine App Zugriff auf Funktionen, die sie eigentlich nicht benötigt, verzichten Sie lieber auf das Programm.


Sicher umgehen mit Apps

Wenn Sie ein paar grundsätzliche Tipps berücksichtigen, machen Sie Ihr mobiles Leben sicherer:

  • Klicken Sie grundsätzlich nie auf Anzeigen, die Ihnen versprechen, Schadsoftware auf Ihrem Smartphone oder Tablet zu finden.
  • Hände weg vor Links in Anzeigen, die mit großen roten Alarmknöpfen und -meldungen auf dem Bildschirm auftauchen.
  • Nutzen Sie Ihren gesunden Menschenverstand: Wenn eine App nach dem Zugriff auf die Kontakte oder gar die Geräteeinstellungen verlangt, sollte die App auch leicht nachvollziehbar erklären, warum sie diesen Zugriff benötigt. Je nach Betriebssystem Ihres Smartphones oder Tablets, also etwa Android oder iOS, ist es technisch möglich, Zugriffe nur temporär zu erteilen oder nachträglich zu entziehen. Überlegen Sie, ob Sie die hinter dem Zugriffswunsch stehende Komfortfunktion überhaupt nutzen wollen. Besonders beim Zugriff auf Ihre Kontaktdaten oder Ihr Telefonverzeichnis sollten Sie bedenken, dass Sie hier Daten über Freunde und Bekannte ohne deren Einverständnis weitergeben.
  • Die Gefahren durch Apps, die mit Malware infiziert sind, sind in den Stores von Drittanbietern weitaus höher.
  • Vermeiden Sie File-Sharing-Webseiten, die freie Versionen von Bezahl-Apps zur Verfügung stellen. Viele solcher Anwendungen enthalten Schadsoftware.
  • Wenn die Kommentare zu einer App überwiegend negativ sind, sollten Sie sie meiden.
  • Beschränken Sie sich auf Apps, die Sie auf Ihrem Smarthpone oder Ihrem Tablet wirklich brauchen. Deinstallieren Sie Apps, die sich als unbrauchbar herausstellen oder die Sie lange nicht genutzt haben.

Apps kennen jedes Gerät

Viele Gratis-Apps verfolgen anhand bestimmter Daten und Merkmale, die sie auf dem Gerät auslesen, das Smartphone oder Tablet und damit den Nutzer und seine Gewohnheiten.

Zu diesen Daten gehören unter anderem:

  • die für jedes Mobilgerät eindeutige Identifikationsnummer.
  • eine Nummer, die zur Identifikation eines Geräts innerhalb eines mobilen GSM- und UMTS-Netzwerks dient.
  • die Android ID – eine eindeutige Nummer, die das Gerät automatisch beim ersten Einschalten erstellt. Sie kann sich allerdings ändern, wenn das Gerät gerootet oder auf den Werkszustand zurückgesetzt wird.
  • die WLAN-MAC-Adresse – mit dieser eindeutigen Adresse lässt sich die Netzwerkschnittstelle des Gerätes identifizieren.
  • weitere Daten wie Gerätetyp, Betriebssystemversion, Jailbreak/Rooting-Status, Geoposition und Telefonnummer.

Video: Das musst Du bei der Installation einer App wissen

Apps und Berechtigungen: Wir erklären Ihnen im Video, worauf Sie achten sollten, wenn Sie Apps für Smartphone oder Tablet herunterladen.


iOS-Datenschutzeinstellungen überprüfen

Einige Apps auf Smartphones oder Tablets sind neugieriger als andere. Vor dem Herunterladen einer Anwendung aus dem Apple App Store können Sie unter „Details“ und „Datenschutzrichtlinie“ die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) der App prüfen. In den AGB sind in der Regel auch die App-Berechtigungen aufgelistet. Leider sind viele Richtlinien nur auf Englisch beschrieben.

Um zu überprüfen, welche App mehr darf, als für ihre Aufgabe nötig ist, helfen spezialisierte Apps oder ein Blick in das Einstellungsmenü des Smartphones oder Tablets. So sieht man etwa, welche Anwendungen die aktuelle Position des Nutzers auslesen dürfen oder welche auf das Adressbuch zugreifen können.

Datenschutz-Check für iOS

  1. Gehen Sie auf „Einstellungen“
  2. dann auf „Datenschutz“

Jetzt sehen Sie, welche auf Ihrem iPhone oder iPad installierten Apps auf welche Funktionen und Daten Ihres Geräts zugreifen.

Ortungsdienste

Sie können Ortungsdienste mit dem Schieberegler grundsätzlich an- oder ausschalten. Lesen Sie sich die Infos über Ortungsdienste und Datenschutz genau durch. Apple erklärt hier sehr genau und verständlich, für welchen Zweck und wie Ortungsdienste genutzt werden.

Wenn Sie Ortungsdienste grundsätzlich zulassen, zeigt Ihnen iOS an, welche Apps auf Ihrem Smartphone oder Tablet diese Funktion nutzen möchten. Sie können das Mitverfolgen Ihrer aktuellen Position für jede App einzeln erlauben oder sperren.

Kontakte, Kalender, Fotos & Co.

Sie sehen auf Ihrem Smartphone oder Tablet unter Kontakte, Kalender, Fotos, etc., welche Apps auf welche Daten zugreifen und welche Funktionen sie nutzen. Sie können für jede App einzeln festlegen, was die App alles dürfen soll. Entscheiden Sie selbst, ob Google oder Instagram unbedingt Ihr Mikrofon nutzen dürfen oder Apps Zugriff auf Ihren Facebook-Account erhalten sollen.

Werbung

Schließlich können Sie noch festlegen, ob Ad-Tracking erfolgen soll. Ohne Ad-Tracking wird keine personalisierte Werbung mehr angezeigt. Zudem werden keine Daten über Ihr Nutzungsverhalten an Apple gesendet. Dies bedeutet allerdings nicht unbedingt, dass weniger Werbung angezeigt wird.

Vorsicht bei Updates von Apps!

Seien Sie bei Updates von bereits installierten Apps vorsichtig. Manche Anbieter ändern immer wieder ihre Datenschutzrichtlinien. Daher lohnt sich ein neuer Blick in die AGB oder prüfen Sie mit einer Datenschutz-App erneut, was eine App mit Ihrem Smartphone machen will. Und führen Sie die Updates immer manuell durch!


Android-Datenschutzeinstellungen prüfen und Inhalte filtern

Manche Apps auf dem Smartphone oder dem Tablet wollen mehr wissen als andere. Um zu überprüfen, welche App mehr darf, als für ihre Aufgabe nötig ist, helfen spezialisierte Apps oder ein Blick in das Einstellungsmenü. So sieht man bei Android etwa, welche Anwendungen die aktuelle Position des Nutzers auslesen dürfen oder welche auf das Adressbuch zugreifen können.

Wer wissen will, welche installierten Apps auf seinem Android-Smartphone oder Tablet fragwürdige Rechte besitzen, kann sich etwa mit der Android-App F-Secure Mobile Security behelfen. Die App zeigt sehr übersichtlich alle Berechtigungen an und führt Sie zu den Einstellungen des Android-Systems. Leider können Sie viele Berechtigungen bei älteren Android-Versionen nicht verhindern. Dann hilft nur noch: App deinstallieren.

Datenschutz-Check für Android
 

In älteren Android-Versionen gehen Sie folgendermaßen vor:

  • Gehen Sie auf „Einstellungen“,
  • dann auf „Anwendungen“ und
  • schließlich auf „Anwendungen verwalten“

Nun können Sie für jede einzelne App erfragen, welche Berechtigungen sie anfordert.

Bei neueren Android-Versionen gehen Sie folgendermaßen vor:

  • Gehen Sie auf „Einstellungen“, dann auf
  • „Anwendungen“ und
  • schließlich auf „Anwendungsmanager“

Nun können Sie für jede einzelne App erfragen, welche Berechtigungen sie anfordert. Ab der Version Android 6.0 Marshmallow wird Nutzern des Betriebssystems von Google mehr Kontrolle über die App-Berechtigungen eingeräumt – und damit mehr Datenschutz. Öffnen Sie hierzu die „Einstellungen“, dann wählen Sie unter „Anwendungen“ den „Anwendungsmanager“. Klicken Sie nun auf eine App, können Sie unter „Berechtigungen“ die gewünschten Einstellungen vornehmen.

Tipp: Schränken Sie den Zugriff auf Inhalte bei Google Play ein
 

Wenn Sie eine App über Google Play herunterladen, müssen Sie die angeforderten App-Berechtigungen akzeptieren. Durch die Aktivierung von Jugendschutzeinstellungen können Sie die Inhalte aber zumindest einschränken.

  • Öffnen Sie Ihre Google Play Store App.
  • Tippen Sie oben links auf den Menüknopf mit den drei Balken
  • Tippen Sie nun auf „Einstellungen“
  • Wählen Sie unter dem Punkt „Nutzersteuerung“ die Option „Jugendschutzeinstellungen“ aus und aktivieren Sie diese, um den Zugriff auf Inhalte bei Google Play einzuschränken

Legen Sie eine PIN fest und wählen Sie  nun aus, welche Typen von Apps Ihnen angezeigt werden, wenn Sie im Play Store nach einer App suchen. Es gibt verschiedene Stufen, die außerdem auf Nutzerdaten und -inhalte eingehen.

Außerdem sollten Sie unter „Einstellungen“ – „Konten & Synchronisierung“ den Haken hinter „Hintergrunddaten“ entfernen. Das bewirkt, dass Anwendungen nicht mehr jederzeit automatisch Daten synchronisieren, senden und empfangen. (Bei anderen Android-Geräten ist diese Funktion unter „Einstellungen“ - „Datenverbrauch“ zu finden).

Weitere Informationen bietet Google.

Vorsicht bei Updates von Apps!
 

Seien Sie bei Updates von bereits installierten Apps vorsichtig. Manche Anbieter ändern immer wieder ihre Datenschutzrichtlinien. Daher lohnt sich ein neuer Blick in die AGB oder prüfen Sie mit einer Datenschutz-App erneut, was eine App mit Ihrem Smartphone oder Tablet machen will. Und führen Sie die Updates immer manuell durch!


Diese Seite benutzt Cookies. Weitere Informationen dazu finden Sie in unserer Datenschutzerklärung sowie in diesem Artikel.